Um "Berufung" geht es den Texten des heutigen Sonntags sowohl in der 1. Lesung als auch im Evangelium! Samuel ist so ein von Gott Erwählter und Berufener, doch kann er alles nicht sofort begreifen. Ein großer "Ruf" ergeht an ihn. Seine Mutter hat ihn schon früh dem Dienst am Heiligtum in Schilo geweiht. Gott will Samuel zum Propheten erwählen. Der Priester Eli, zu dem Samuel nach dem dreimaligen Rufen Gottes kommt, erkennt erst spät, dass Gott selbst den Knaben ruft. Samuel nimmt seine Berufung an und wird ein Leben lang auf das Wort Gottes hören, und vor allem verkünden! Der Glaube kommt vom Hören - wissen wir. Im heutigen Evangelium kommt er auch ein wenig vom "Sehen". "Meister, wo wohnst du?", fragen die Jünger des Johannes. Jesus lädt sie sogleich ein: "Kommt und seht!" Die Jünger nehmen die Einladung an. Könnte auch unser Glaube gestärkt werden? Wodurch? Das Lesen in noch so guten Büchern wird nicht ausreichen, auch das Surfen im Internet bringt es nicht auf den Punkt. Glaubenserfahrungen, so meine ich, brauchen auch die Begleitung guter Beziehungen, Freundschaften, die Erfahrung von Geborgenheit und Liebe. Der gläubige Mensch sehnt sich auch nach der Erfahrung der Glaubensgemeinschaft. Unsere Glaubensgemeinschaft ist die Kirche, in ihr sollen und dürfen wir all das erfahren. Haben wir eigentlich schon einmal daran gedacht, dass es auch auf uns ankommt, auf uns, die wir seine Kirche bilden dürfen! Oft bin ich schon gefragt worden, ob denn Gott vielleicht heute weniger Menschen in seine Nachfolge ruft. Wir können Gott nie ergründen, wirklich begreifen, aber ich glaube es nicht. Gott spricht, redet zu uns wie einst zu Samuel. Hören wir sein Wort überhaupt noch im "Lärm" unseres Lebens? Der heutige Sonntag ermutigt uns, darüber in aller Stille ein wenig nachzudenken! Gesegnete Woche wünscht Kaplan Thomas Natek