Gedanken zum Thema ...
(von Pfarrmoderator Thomas Natek)
Gedanken zum kommenden Christkönigssonntag
Das Christkönigsfest ist ein verhältnismäßig "junges" Fest in unserer Kirche. Erst 1926 wurde es von Papst Pius XI. für die universale Kirche eingeführt. Der Grund dafür war das Heilige Jahr, das 1925 mit ausgezeichnetem Erfolg gefeiert worden war. Viele Pilger waren damals nach Rom gekommen und haben dort das Gottesreich aus allen Nationen sichtbar gemacht. Die Idee der Gemeinschaft der Völker, nachdem der Erste Weltkrieg mit seiner Zerissenheit eben erst vorüber war, wollte der Papst im Christkönigsfest in dankbarer Erinnerung halten. Anregungen aus Paray-le-Monial und Marseille haben den Christkönigsgedanken gefördert und gepflegt. Er konnte zu einer Ergänzung der Verinnerlichung der Herz Jesu-Frömmigkeit werden. In Österreich und Deutschland, auch darüber hinaus, wurde das Christkönigsfest bald der pfarrliche Tag der Jugend. Während der nationalsozialistischen Verfolgung ging vom Christkönigsfest, das fast zur Konkurrenz für Allerheiligen wurde, eine lebendige Stärkung des Glaubens für die katholische Jugend aus. Früher am letzten Sonntag im Oktober gefeiert, wurde es bei der Kalenderreform von Papst Paul VI. auf den letzten Sonntag des Kirchenjahres verlegt. Immer wieder wird dieses Fest als überflüssig erklärt und hat sich doch "gehalten", denn Epiphanie und Himmelfahrt, nicht zuletzt Ostern selber sind vom Charakter der königlichen Herrlichkeit Christi geprägt. Doch Pius XI. ging es nicht nur um das heilsgeschichtliche Königtum Christi, sondern um den sozialen und staatspolitischen Wert der Christkönigsidee: Die Völker können in sich und untereinander den Frieden nicht finden, wenn sie sich nicht Christus unterordnen. Bis heute ist es ein Tag besonders der Jugend geblieben. In vielen Pfarren (auch in unserer) werden neue Ministranten aufgenommen. In den Seligpreisungen, die wir in der Liturgie hören, wird das Grundanliegen dieses Festes deutlich. Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch für mich nicht getan! (Mt. 25,45)
Gesegneten und erholsamen Sonntag wünscht Ihnen allen Kaplan Thomas