Gedanken zum Thema ...
(von Pfarrmoderator Thomas Natek)
Zur ersten Fastenwoche
Lieber Leserinnen, liebe Leser!
Im Evangelium des ersten Fastensonntags hören wir davon, wie nach der Taufe im Jordan der Geist Jesu in die Wüste hinaustrieb. Jesus blieb dort vierzig Tage lang und wurde vom Satan versucht. Er lebte mit den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.
Die Wüste ist ein besonderer und sehr eindrucksvoller Ort. Wüste bedeutet Einsamkeit, Hitze aber auch Kälte, in der Wüste wird man verwundbar aber auch reich beschenkt. Wüste kann überall sein. In unseren Städten, in unserer Gesellschaft, oft auch in unseren Familien. Da gibt es Durst nach Leben, die Sehnsucht nach Schatten, da gibt es Freude und oft auch Angst und Verzweiflung.
Der Beginn der Fastenzeit soll uns selbst in so eine Wüstensituation bringen, um in einer "inneren" Einsamkeit ein wenig abschalten zu können. Beim Hl. Bernhard von Clairvaux habe ich unlängst gelesen: "Magst du auch alle Geheimnisse kennen, die Breite der Erde, die Höhe des Himmels und die Tiefe des Meeres wissen, wenn du dich selber nicht kennst, wirst du wie ein Mann sein, der ohne Fundament baut und damit eine Ruine, kein Bauwerk, aufrichtet." Der Hl. Bernhard ruft uns also auf, über uns selber nachzudenken. Die Liturgie der Fastenzeit will uns dabei helfen.
Auch das Volk Israel kennt die Wüstensituation. Mit dem Stichwort "Wüste" und mit der Zahl "Vierzig" klingt unabweisbar die Frühzeit Israels an, die Zeit als Gott sein Volk aus Ägypten herausgeholt hatte und es dann vierzig Tage durch die Wüste führte. Israel wurde damals von Gott erprobt. Es sollte erkennen, wer ihm wirklich Heil verschaffte. Nicht der Pharao, der Gottkönig von Ägypten, sondern der Gott, der Mose im Dornbusch erschienen war. Israel sollte seinen Gott erkennen und diese Zeit sollte für sie zu einer Zeit der ersten Liebe werden.
Auch auf unserem Weg hin zum Osterfest, sollen wir diese Liebe zu Jesus Christus wieder neu entdecken und erfahren dürfen!
Gesegnete Woche wünscht Kaplan Thomas.