Liebe Leserin, lieber Leser! Lange schon habe ich aus Zeitgründen keinen neuen Artikel verfasst, doch nun will ich meine "kleinen Impulse" fortsetzen! In dieser abgelaufenen Woche stand uns das wichtige Thema "Berufung" vor Augen, war doch der 4. Ostersonntag der sogenannte Sonntag vom "guten Hirten". Einmal im Jahr gibt es in unseren Pfarren auch den Weltgebetstag um geistliche Berufungen an dem auch unsere Pfarre von Alt-Ottakring teilgenommen hat. Stirbt der so notwendige geistliche Beruf aus? Oder ist er gar unmodern geworden? Von vielen Menschen werden solche Fragen immer wieder gestellt. Im Johannesevangelium hörten wir in dieser Woche immer wieder vom guten Hirten der bereit ist, sein Leben einzusetzen für seine Schafe. Oft ist uns das Bild vom guten Hirten und seiner Herde fremd geworden. Jesus Christus, der Hirt der Schafe, möchte uns aber eine sehr frohe und tröstliche österliche Botschaft für unser Leben mitgeben: Jeder Mensch ist einzigartig und für Gott unbedingt wichtig. Lässt er nicht die neunundneunzig zurück um das Eine Verlorene zu suchen? Wie oft muss Gott auch uns in seiner großen Liebe suchen - so frage ich mich oft. Sind wir bereit, auf seine vertraute Stimme zu hören? Gott beruft aber auch Menschen in seine besondere Nachfolge. Denken wir an die Priester, Ordensschwestern, Ordensbrüder und viele Menschen, die auch einen kirchlichen Beruf ergreifen. (Katechisten, Pastoralassistenten, Religionslehrer, Pfarrhelfer usw.. viele wertvolle Tätigkeiten könnten hier noch angefügt werden.) Schätzen wir sie genug in unseren Gemeinden? Jeder Mensch erhält von Gott eine bestimmte Aufgabe, die er im Leben erfüllen soll und er darf sich auf- und bereitmachen, dieser seiner Berufung nachzuspüren und sie zu verwirklichen suchen. Das ist oft keine leichte Aufgabe, doch andere Schwestern und Brüder im Glauben können uns dabei helfen. Denken wir zunächst einmal gleich an das geistliche Gespräch, das jeder Seelsorger anbieten sollte. Der Weltgebetstag um geistliche Berufe erinnert auch daran die schon empfangene Berufung mit Gottes Hilfe auch immer wieder zu erneuern. Die Mitteln dazu sind Gebet, Betrachtung, Stille, bewusste Mitfeier der Gottesdienste oder auch ein vermehrtes Dasein für Mitmenschen, die uns besonders brauchen. Damit auch mir dies alles wieder besser gelingt, darf ich in den nächsten Tagen zu ein paar Einkehrtagen (Exerzitien) aufbrechen. Einen gesegneten Sonntag und eine schöne kommende Woche wünscht von Herzen Ihr Kaplan Thomas