Gedanken zum Thema ...
(von Pfarrmoderator Thomas Natek)
Fastenzeit
Im liturgischen Jahreslauf nimmt die Fasten- oder österliche Bußzeit, wie sie auch genannt wird, einen entscheidenden Platz ein. Wer in der Nachfolge Jesu steht, soll von "Zeit zu Zeit" sich selbst prüfen und über sein Mensch- und Christsein nachdenken. Die Fastenzeit wird mit dem Aschermittwoch begonnen. Eine 40-tägige besonders heilige Zeit prägt uns und wir stehen schon vor dem 2. Fastensonntag. Die Asche am Beginn der österl. Bußzeit wollte uns verschiedenes sagen:
1. Asche ist Sinnbild unserer Endlichkeit. Unser irdisches Leben, unser Körper, unser Besitz - alles endlich, alles Windhauch. Die Asche - ein mahnendes Zeichen, den Tag zu nützen, der uns geschenkt ist, die Zeit die uns gegeben ist - auch sie verrinnt wie Aschenstaub zwischen den Fingern und keiner weiß, wie schnell.
2. Die Asche ist aber auch Sinnbild des Neubeginns. Den Boden im Frühjahr düngend, sodass die frische Saat aufgehen und gedeihen kann. Den Schnee und das Eis schwärzend, sodass der Boden die Sonnenwärme rascher aufnehmen kann und das Leben sich neu erhebt wie der Phönix aus der Asche. Die Asche ein Impuls für uns, neue Anfänge zu wagen und wo nötig umzukehren.
3. Die Asche - Sinnbild der Reinigung. Asche, gereinigt durch das Feuer und selbst Schmutz und Ruß reinigend, lösend. Die Asche des Aschenkreuzes - Impuls für uns, rein und frei zu werden von dem, was unser Leben verdunkelt, was uns die Sicht auf das Wesentliche nimmt und unsere Kräfte, Energien und Lebensfreude raubt.
Mit diesen Zeilen dürfen wir wieder Kraft für die kommende Zeit tanken, um diese Zeit zu einer fruchtbaren werden zu lassen. Das Evangelium vom kommenden Sonntag (die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor) will uns schon ein wenig die kommende Herrlichkeit erkennen lassen. Seine Begleiter möchten gerne oben auf dem Berg bleiben, sich dort niederlassen und gleichsam "drei Hütten bauen". Doch noch können sie nicht bleiben, es gilt wieder hinunterzusteigen vom Berg, hinab in das Leben. Doch die Erfahrung die sie dort gemacht haben, wird sie nicht mehr loslassen.
Ich wünsche Ihnen und mir auch immer wieder solche "Taborstunden"! Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen Kapl. Thomas Natek